Die Bilder unserer Stadt: das Falter-Archiv

Betrachtungen anlässlich der aktuellen Fotoausstellung "Es lebe der Widerspruch" im Wien Museum


Essay: Armin Thurnher
Medien | aus FALTER 22/17 vom 31.05.2017


Foto: Plakat Wien Museum

Zu Archiven hatte und habe ich eine erotische Beziehung. Zettelkästen und Kataloge faszinieren mich, Schriftsteller wie der Zettelfetischist Arno Schmidt gehörten zu den Göttern meiner Jugend. In der Nationalbibliothek liebte ich die physischen Kataloge mindestens genauso wie die aus ihnen bestellten Bücher. Solche Kataloge waren Orte des unwillkürlichen Findens genauso wie Orte des zielgerichteten Suchens.

Als der Falter gegründet wurde, wobei die meisten von uns keine Ahnung hatten, worauf es dabei wirklich ankam, hatte ich das Gefühl, ich sollte mich um ein Archiv kümmern, und legte Mappen mit mir relevant erscheinenden Zeitungsausschnitten an. Digitale Mittel der Archivierung gab es mangels Digitalisierung nicht, und ich erhielt meine Versuche mit Schere, Uhu-Stick, Mappen und Karteikarten noch jahrelang aufrecht, bis sie sich als zwar nicht unfruchtbar, aber unfortsetzbar erwiesen und der Krempel bei einem Umzug im Mist landete.

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