Wo der Roboter humanistische Reden schwingt

Die Kunsthalle Wien kommt mit der sehenswerten Schau "How to Live Together" ihrem Publikum entgegen

Ausstellungskritik: Nicole Scheyerer | Feuilleton | aus FALTER 22/17 vom 31.05.2017

"So etwas wie Gesellschaft gibt es nicht", verkündete Margaret Thatcher in einem Interview 1987. Für die britische Premierministerin, die mit diesem Spruch endgültig ihr herzloses Image zementierte, sollte der Bürger nicht dem Staat an seinem Unglück die Schuld geben.

In der großen Sommerschau "How to Live Together" der Kunsthalle Wien hängen nun Fotos von vollen Arbeitsämtern, die der Brite Paul Graham Mitte der 1980er-Jahre machte. Die Serie "Beyond Caring" zeigt abgefuckte Wartesäle, in denen die gekündigten Opfer von Privatisierungen um Sozialhilfe anstehen.

Arbeitslose, Brautpaare, Junkies ebenso wie Flüchtlinge oder Roboter werden in der abwechslungsreichen Schau befragt, wie Gesellschaft funktioniert und was sie zusammenhält. Der Ausstellungstitel stammt von dem Philosophen Roland Barthes, der in seiner Vorlesungsreihe "Wie zusammen leben" 1976 das soziale Verhältnis von Nähe und Abstand thematisierte.

Die Idee von Kunsthallendirektor Nicolaus Schafhausen ist nicht neu.

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