Pop Tipp

Rock in Vienna, diesmal mit und ohne Rock

GS | Lexikon | aus FALTER 22/17 vom 31.05.2017

Metallica, Muse und Kiss hieß es im ersten Jahr, Rammstein, Iggy Pop und Iron Maiden im zweiten. Im dritten schlägt das mit der U-Bahn erreichbare Großfestival Rock in Vienna nun andere Wege ein und neue Töne an. Es dauert erstmals vier statt drei Tage (2. bis 5.6.), und vor allem stimmt der Titel nicht mehr so ganz. "Rock und Pop und Hip-Hop in Vienna", wäre nun passender, aber das ist dann vielleicht doch ein bisschen sperrig. Einmal abgesehen davon, dass weder beim deutschen Festival Rock am Ring noch beim burgenländischen Nova Rock die jaulende Stromgitarre als einziges entscheidendes Kriterium gilt -um hier nur zwei prominente Festivals mit dem "Rock" im Namen zu nennen.

Los geht es am Freitag mit Rap, verabreicht vom österreichischen Teenieschwarm Left Boy, den 1990er-Jahre-Herumhüpfern House of Pain und dem auch vom Formatradio geschätzten Duo Macklemore &Ryan Lewis. Die folgenden beiden Tage können sich stilistisch nicht so recht entscheiden. Neben massentauglicher Rock-Breitbeinigkeit von den Kings of Leon gibt es am Samstag Deutschpop mit Haltung von Silbermond und Parolen-Elektro von Großstadtgeflüster. Der Sonntag würde mit In Extremo, Monster Magnet und Donots an sich auf klassische Härte setzen, als Headliner schlägt das norddeutsche Technorap-Performance-Ereignis Deichkind aber ganz andere Töne an.

Und auch am Montag muss der Rockpurist eine Unterbrechung einplanen: Zwischen Clutch, Beatsteaks und den Toten Hosen steht da nämlich der Rostocker Rapper Marteria auf der Bühne. Mit den beiden Headlinern ist er übrigens freundschaftlich verbunden - der Sänger der Beatsteaks gastiert auf seinem neuen Album "Roswell", Campino hatte auf dem Vorgänger einen Gastauftritt - und lässt sich von Marteria seit zwei Hosen-Platten beim Textschreiben helfen.

Donauinsel, Fr 16.30, Sa, Mo 15.00, So 15.30


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