Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube zu meinen, alle Wochen des Jahres und alle Tage der Woche seien exakt gleich lang. Das stimmt nicht, jeder Falter-Redakteur kann das kraft seines Schweißes und der kleinen Fältchen seitlich der Augen bestätigen.


LUKAS MATZINGER
Falter & Meinung | aus FALTER 23/17 vom 07.06.2017

Beginnen wir mit einer normalen Woche: In einer normalen Woche plant man am Dienstag die nächste Ausgabe, recherchiert am Mittwoch und Donnerstag, schreibt am Freitag seine Geschichte und futzelt am Montag so lange an jeder eigenen und fremden Zeile herum, bis sie gut ist und die Buchstaben ins Layout passen. Das ist eine normale Woche, wie sie von großen Teilen der Redaktion akzeptiert wird.

Und dann gibt es den Kalendergottseibeiuns, den wir kurze Woche nennen. Eine kurze Woche ist eine Woche mit einem Feiertag und kann, wenn dieser besonders ungünstig fällt, den ohnehin fragilen Arbeitsrhythmus der Redaktion vollends aus der Bahn werfen.

Womit wir bei dieser Woche wären, die mit Pfingsten begann, die sich wie immer bis zum Montag ausdehnen, weil der Heilige Geist sich genau 50 Tage Bedenkzeit nach dem Ostersonntag ausbedungen hatte, um auf die Erde zurückzukommen.

An uns dachte er dabei nicht. Denn wenn der Montag ein Feiertag ist, wird Freitag zum Montag. Weil aber die Geschichten nicht weniger Recherche bedürfen, bleiben Mittwoch Mittwoch und Donnerstag Donnerstag. Der Freitag muss also Freitag und Montag zugleich sein, er wird zu einem extrem langen Freitag, viel länger als üblich. Es ist 21 Uhr 12, Freitag und Montag.


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