Menschen

Die Falter-Festspiele sind eröffnet

FLORIAN KLENK LUKAS MATZINGER | Falters Zoo | aus FALTER 23/17 vom 07.06.2017

Wenn das Wien Museum und der Falter zur ersten großen Werkschau der Pressefotografie der letzten 40 Jahre laden, dann ist das Haus am Karlsplatz voll.

Am vergangenen Mittwoch startete der Falter seinen 40-Jahr-Geburtstagsfeier-Reigen mit einer Ausstellung über das Fotoarchiv, in dem sich die Historiker Susanne Winkler und Werner Michael Schwarz monatelang verschanzt hatten.

Winkler schilderte in ihrer klugen Eröffnungsrede, wie sie mit Schwarz 30.000 Fotos sichtete und dann "wie eingesperrte Tiere" befreite. Wien-Museums-Direktor Matt i Bunzl, der die Idee zu einer Fotoausstellung hatte, begrüßte dann die Freunde des Falter: etwa Miteigentümer Hannes Pflaum oder Falter-Mitbegründer Martin Kienreich

Mitgefeiert haben auch der wichtigste Mann des Hauses, Falter-Anwalt Alfred J. Noll, die Autorin Doris Knecht, ZiB1-Anchor Rainer Hazivar, Czernin-Verlags-Chef Benedikt Föger, der Musikmanager Walter Gröbchen, der ehemalige Stadtleben-Chef Christopher Wurmdobler und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny oder Ex-Wien-Museums-Direktor Wolfgang Kos.

Falter-Pop-Kritiker Gerhard Stöger legte feine, neue und alte Wienerlieder auf, die Fotografen Felicitas Kruse, Katharina Gossow, Heribert Corn, Christian Fischer, Robert Newald, Christopher Mavrič und viele mehr erzählten ihre Geschichten zu den Bildern (eine Kulturreportage zu diesem Abend lesen Sie auf Seite 26).

Die Falter-Buch-Verlags-Chefin Susanne Schwameis präsentierte sodann auch den Prachtband zur Ausstellung: Das Buch "Es lebe der Widerspruch!" ist ab sofort im Falter-Shop erhältlich.

Dass das Rock in Vienna auch einmal 40 wird, ist zu bezweifeln. Musikfestivals sind eine ziemlich flatterhafte Sache, die dritte Ausgabe des Festes auf der Donauinsel am vergangenen Wochenende war das beste Beispiel dafür: Statt harter Rock-und Metalbands hat der Berliner Riesenkonzert-Veranstalter DEAG heuer erstmals viel Radiopopmusik gebucht, die Headliner dieser Metamorphose hießen Macklemore & Ryan Lewis, Kings of Leon, Deichkind und Die Toten Hosen. Bis auf den letzten Tag, mit den deutschen Schlachtrössern Tote Hosen, war leider nicht sehr viel los.

Schade. Erfreulich wäre der Auftritt der Familienband Kings of Leon gewesen, die nach sieben Jahren wieder nach Wien kamen. Die drei Söhne eines Wanderpredigers aus den Südstaaten und ihr Cousin servierten ihre recht einmalige Mischung aus Southern Rock und echten Stadion-Stampfern wie immer kalt, ohne Show, ohne Gerede, ohne Experimente, ohne Zugaben. Vom neuen Album spielten sie gar nicht viel. Die Followill-Burschen wissen, wie man ein Publikum verlockt -das haben sie vom Papa.


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