Landrand Ruralismus

Einmal aufhausen und zurück


Gerlinde Pölsler
Landleben | aus FALTER 23/17 vom 07.06.2017

Kann sich nicht glücklich schätzen, wer in einer Landgemeinde wohnt, die nicht nur ein Ding nach dem anderen zusperrt, sondern so richtig aufhaust? So wie die 4.500-Einwohner-Kommune Hart bei Graz: Der rote Ex-Bürgermeister, ein Eishockeyspieler, ließ zur ersten gleich eine zweite Eishalle bauen, außerdem ein Sport-und ein Gemeindezentrum mit allem Schnickschnack. Pächter erhielten großzügig Zahlungsaufschub, Ex-Pächter fette Ablösen. Sogar die schwere Tresorraumtür einer Bank zahlte die Gemeinde. Ihre Mitarbeiter wieder gingen mit 15 Gehältern heim. Bloß so.

Doch leider, das Modell taugt nicht zur Kopie. Die Gemeinde hat Schulden über 35 Millionen Euro angehäuft. Wie das passieren konnte, hat der Landes-Rechnungshof aufgelistet. Es hat zum Beispiel alles ein bisserl mehr gekostet als zuerst geglaubt. Ganz blöd lief es bei der Ortsumfahrung, die war bald viermal so teuer. Noch blöder, dass sie bis heute nicht fertig ist. Nicht ganz nachvollziehen können die Prüfer, warum die Landesregierung so lang zugeschaut hat. Die hält sich jetzt zurück. Das ist komisch, weil sich damals in der neuen Eishalle fotografieren zu lassen, war gar kein Problem.


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