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Die Kampagne mit dem Todesblick

BERICHT: BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Medien | aus FALTER 23/17 vom 07.06.2017

Wie sieht das Gesicht eines Menschen im Moment vor dem Unfalltod aus? Es verzieht sich zur Fratze: Der Mund öffnet sich weit zum letzten Schrei, der Blick wird konzentriert, die Stirn legt sich in Falten. Zumindest sahen so jene Menschen auf den Fotos aus, die unabsichtlich zum Motiv einer französische Kampagne der Werbeagentur Serviceplan wurden. Die Bilder sind authentisch, passiert ist ihnen zum Glück nichts weiter als ein großer Schreck.

Wie sind die Fotos entstanden? Ende März stellte die Werbefirma digitale Infotafeln an Zebrastreifen in Paris auf. Wer trotz roter Ampel über die Straße ging, hörte mitten auf dem Fußgängerübergang die quietschenden Reifen einer Vollbremsung. Das täuschend echte Geräusch wurde über einen Bewegungsmelder aktiviert und über einen versteckten Lautsprecher ausgespielt. Während die Fußgänger zusammenzuckten und ihnen der vermeintliche Tod ins Gesicht griff, nahm eine versteckte Kamera ihren Blick auf.

Umgehend erschien ihr Schreckfoto auf der digitalen Infotafel, gemeinsam mit dem warnenden Werbespruch: "Gehen Sie nicht das Risiko ein, dem Tod ins Auge zu blicken. Achten Sie beim Überqueren der Straße auf die Ampeln." Hintergrund der Botschaft ist eine ernste Zahl: Im Großraum Paris werden jedes Jahr 4500 Fußgänger Opfer eines Verkehrsunfalls.

Die Kampagne mit den Fotos der Erschrockenen waren im Mai im Großraum Paris zu sehen. Die Videodokumentation der Werbeaktion verbreitet sich mittlerweile viral im Netz. Der Clip zeigt unter anderem, wie die erschrockenen Fußgänger ihre eigene Todesfratze anstarren - und schließlich davon ein Foto machen.


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