Vier Tage in den 1990ern

Das burgenländische Musikfestival Nova Rock stellt Stars der Neunzigerjahre auf den Prüfstand

MARIA MOTTER
Lexikon, FALTER 23/17 vom 07.06.2017

Ein wichtiger Punkt vorweg: Die Mitternachtseinlage des Nova Rock ist auch dieses Mal gesichert. David Hasselhoff hat zugesagt und was der US-amerikanische Schauspieler in seinem Showblock am Freitagabend des Festivals machen wird, das können sich all jene vorstellen, die auch schon 2014 in der Steppenlandschaft des Seewinkels feierten.

Der Mann, der in der Silvesternacht 1989/1990 "Looking for Freedom" zu Vollplayback an der Berliner Mauer auf einer Hebebühne vor einer halben Million Menschen sang und damit in Europa einen Nerv traf, hatte seine Karriere mit der Fernsehserie "Knight Rider" gestartet, dann folgte, ab 1989, die kalifornische Bademeister-Serie "Baywatch".

Dieser Name steht auch in diesem Sommer wieder auf roten Badeanzügen und -shorts. Die Hauptfigur Mitch Buchannon wird im "Baywatch"-Kinofilm nun von Dwayne Johnson gespielt, doch David Hasselhoff hat einen Gastauftritt. Was er sonst noch so macht, zeigt er vielleicht auch diesmal in einem Einspieler auf den Nova-Rock-Vidiwalls.

Die Neunziger erleben unübersehbar nicht allein in der Mode ein Revival, sondern eben auch auf dem Nova Rock. Greenday, Die Beginner, Fatboy Slim mit seinem Hit "Praise You" - man hat ihre Melodien noch im Ohr, als wären die Alben erst gestern erschienen. Gerade die Beginner können auch mit aktuellem Liedgut punkten. Linkin Park, Blink-182, System of a Down und Rancid: Wie gut sich die jeweiligen US-Musiker, Stars des Mainstream-Punk-bis-Pop-Rocks, ins 21. Jahrhundert hineinentwickelt haben, kann man von Mittwoch bis Samstag auf den zwei Hauptbühnen überprüfen.

Eine Musikrichtung, die ewig ihr geneigtes und tanzbegeistertes Publikum finden wird, scheint Drum'n'Bass zu sein. Das weiß Rob Swire, um den sich diesen Sommer wieder frühere Kollegen zur Band Pendulum formieren. So heißt es auch am Donnerstag: Pendulum live statt bloßem DJ-Set.

Jung sind die österreichischen Folkpopper Dawa, die sich ebenso im Lineup finden wie Suicidal Tendencies, deren elftes Studioalbum "World Gone Mad" im Vorjahr erschienen ist.

An Kontrasten wird es am Nova Rock definitiv nicht mangeln und das Stammpublikum kann sich auf Slayer als Headliner des Donnerstagabends freuen. Am Freitag ist der Auftritt von Prophets of Rage: Die Rage-Against-The-Machine-Musiker Tom Morello, Tim Commerford und Brad Wilk haben sich im Vorjahr mit DJ Lord und Chuck D von Public Enemy und Cypress Hills B-Real zusammengetan - aber hallo!

Nickelsdorf, Pannonia Fields, 14. bis 17.6., novarock.at

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FALTER 25/19
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