Das disziplinierte Talent aus Simmering

Falter-Autor Robert Misik wollte die erste Kanzler-Biografie schreiben. Daraus ist ein präzise skizziertes politisches Porträt geworden


REZENSION: BARBARA TÓTH
Politik | aus FALTER 23/17 vom 07.06.2017

Als Biografie war es angekündigt, geworden ist es ein politisches Porträt. Wer sich von Robert Misiks Buch über Christian Kern eine Rekonstruktion seines Lebens erwartet, in der Weggefährten zu Wort kommen, Milieu und Zeitgeist seiner Jugendjahre oder seiner Zeit als Manager geschildert werden, wird enttäuscht sein.

Wer Misik -Falter-Lesern als langjähriger Autor bestens bekannt -gewissermaßen über die Schulter lesen will, wie er ein Jahr lang Kern begleitete, ihn immer wieder zu mehrstündigen Gesprächen traf und dabei seine anfängliche Euphorie über den neuen SPÖ-Chef und Kanzler peu à peu einer gewissen pragmatischen Resignation wich, ist bei diesem Buch richtig. Der Autor findet dabei ein schöne Formulierung, um zu beschreiben, was aus Kerns anfänglichem Elan im rauen Regierungsalltag und unter Störfeuer der ÖVP passiert: Er "driftet".

Misik begegnet dem Kanzler auf Augenhöhe, immerhin kennen sie sich seit Studienzeiten. Große Teile des Buches sind atmosphärisch leicht

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