Schwarze Filme auf schwarzen Wellen

Ein Meister der kleinen Form: Der serbische Regisseur Želimir Žilnik ist zu Gast in Wien

BEGEGNUNG: MICHAEL OMASTA | Feuilleton | aus FALTER 23/17 vom 07.06.2017

Kurz vor Filialschluss entwickelt die Aida am Praterstern einen ganz eigenen Charme. An den Tischchen sitzen ältere, etwas verwahrloste Männer, fast jeder ist hier ganz für sich allein. Für die meisten hieße die nächste Station wohl Suppenküche oder gar Obdachlosenheim.

Želimir Žilnik fällt in dem Lokal nicht weiter auf. Er ist 74, trägt einen grauen Anorak und wählt einen Platz am Fenster, durch das ein paar Minuten noch die untergehende Aprilsonne kraftlos hereinblinzelt. Niemand hier würde in dem freundlichen, leise sprechenden Gast aus Novi Sad einen der wahrhaft großen Regisseure des europäischen Kinos vermuten.

Sein filmisches Schaffen ist seit den 1960ern zu einem gewaltigen Œuvre angewachsen: politisch links, formal experimentierfreudig, aber vor allem radikal unabhängig. "Filmemachen", sagt Žilnik, "ist ein fabelhafter Weg, um zu lernen und neue Freundschaften zu schließen."

Žilnik gehört jener Generation jugoslawischer Filmemacher an, deren Frühwerk heute als

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