Film Neu im Kino

Film gewordener Jazz: "Born to Be Blue"


SZ
Lexikon | aus FALTER 24/17 vom 14.06.2017

Dass Chet Baker seine Drogensucht nie in den Griff bekommen hat, ist bekannt. Im Heroinrausch könne er in jeden Ton hineinschlüpfen, heißt es einmal in "Born to Be Blue". Robert Budreau schuf mit seinem halb biografischen, halb fiktionalen Drama aber weniger einen künstlerischen Problemfilm als eine stimmungsvolle Hommage an den Jazztrompeter und Sänger (1929-1988), die das Mittel der Improvisation auf das Medium Film umlegt.

Angesiedelt im Jahr 1966, in dem Baker an einem Tiefpunkt angelangt ist, wird erzählt, wie er sich mithilfe seiner neuen Partnerin Jane in ein "normales" Leben und die Musikwelt zurückkämpft. Rückblicke in die 1950er, einer Glanzzeit Bakers, zeigt Budreau dabei ganz schlau als Film im Film.

Die Musik, die Liebe, die Sucht und der Erfolgsdruck werden zu Motiven einer manchmal an der Oberfläche schimmernden, manchmal in die Tiefe steigenden Komposition. Mit einem herausragenden Ethan Hawke in der Rolle des schwierigen Musikers entsteht ein spitzbübisches und melancholisches Werk, das von kleinen Momenten, Blicken und schönen Pointierungen lebt: "Versuch mal, länger als zehn Sekunden glücklich zu sein!"

Bereits in den Kinos (OmU im Admiral)


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