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Wie Al Jazeera politisch unter Druck gerät

Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 24/17 vom 14.06.2017

Katars politische Isolation durch Staaten wie Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain wirkt sich nun auch massiv auf die Medienlandschaft aus. Der katarische Sender Al Jazeera, der binnen zwei Jahrzehnten zum wichtigsten Nachrichtenmedium der arabischen Welt avancierte, gerät in diesen Tagen stark unter Druck.

Vergangenen Freitag berichtete der Sender mit Sitz in Doha von "systematischen und anhaltenden Hacker-Attacken" auf seine Webseite und deren erfolgreiche Ableger auf Social Media. Die Webseite konnte vorübergehend nicht aufgerufen werden. Zudem gibt es Berichte, dass der Empfang des Senders in der Region gestört wird.

Während die Attacken auf die Onlineauftritte von unbekannten Hackern stammen, greifen Katars Nachbarstaaten mit offenem Visier an. Saudi-Arabien entzog Al Jazeera die Lizenz und ließ das Büro in der saudischen Hauptstadt Riad von Sicherheitsbeamten schließen. Jordanien folgte diesem Beispiel und warf den Sender ebenfalls aus seinem Land. Ägypten ließ die Nachrichtenseite von Al Jazeera bereits im Mai sperren. Die Staaten, die sich gegen Katar stellen und diplomatisch isolieren, werfen Al Jazeera "Unterstützung von Terror-Organisationen" vor.


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