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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 24/17 vom 14.06.2017

Wer sich in den öffentlichen Raum begibt, sollte eine dicke Haut besitzen. Was muss der Reisende nicht alles aushalten: Ziehharmonika spielende Gipsys ruinieren auf der Fahrt ins Büro den morgendlichen Frohsinn durch "Bésame mucho". Fahrgäste mampfen Hamburger und spielen lautstark Videoaufnahmen der letzten Party ab. Da heißt es, Augen zu und durch, denn wer solche Kinkerlitzchen nicht wegsteckt, sollte besser zu Hause bleiben.

Nur etwas geht gar nicht: das Manspreading. Das englische Wort Manspreading beschreibt die körperliche Expansion männlicher Lebewesen, die sich in Zügen, Bussen und U-Bahnen als unangenehme Okkupation der eigenen Intimsphäre durch die Beine des Nachbarn äußert.

Die Madrider Linien gehen nun gegen die Territorialaggression breitbeiniger hombres vor. Der städtische Verkehrsbetrieb EMT hat entsprechende Sticker veröffentlicht, die in die Verkehrsmittel der Stadt geklebt werden. Textvorschlag: Haxn zsamm, Trottel!


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