Musiktheater Kritiken

Singende Vielheit in historischem Chaos


MP
Lexikon | aus FALTER 24/17 vom 14.06.2017

Traiskirchen 2015, Ankommende, Empfangende und Feindselige: Das war Chaos pur, eine Zeit für die Geschichtsbücher und doch kaum fassbar. Um es doch zu versuchen, erweist sich ein Chaos-Musical, gespielt von Profi-und Laienperformern, die "dort" waren, als perfekte Form. "Die schweigende Mehrheit"(Bernhard Dechant, Tina Leisch) verantwortet Buch und Regie, Imre Lichtenberger Bozoki orchestriert Songs diverser Musikrichtungen, ein 33-köpfiges Ensemble spielt, singt, schmettert, schmalzt und scherzt. Weder geschmacklich noch gesanglich sitzt jeder Ton, zu lang ist "Traiskirchen. Das Musical" auch, in allem Größenwahn aber ein kolossales Stück Zeitgeschichte. Musical-atypisch geht am Ende die euphorische Stimmung flöten, aber tja: Auch Ministerin Mikl-Leitner (grandios im Conchita-Stil: Khalid Mouboid) schloss urplötzlich die Grenzen.

Volkstheater, Sa 19.30


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