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IT-Kolumne


Anna Goldenberg
Medien | aus FALTER 24/17 vom 14.06.2017

Letzte Woche bekam Donald Trump einen Brief. Das Knight Institute, eine US-amerikanische Non-Profit-Organisation, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt, forderte vom US-Präsidenten, geblockte Twitter-Nutzer zu "entblocken". Wiederholt hatten in den vergangenen Wochen Menschen erzählt, von Trump blockiert worden zu sein. Das bedeutet, dass sie dessen Tweets nicht sehen können. Warum der US-Präsident so etwas macht? Möglicherweise, weil er eine dünne Haut hat. Viele der blockierten User gaben an, ihn zuvor kritisiert oder verspottet zu haben, etwa die Aktivistin Holly O'Reilly, die eine GIF-Animation von Papst Franziskus, in der dieser Trump entgeistert anschaut, mit dem Text "So sieht Sie die ganze Welt" postete.

Die Online-Blockade beschränke die geblockten User in ihrer Redefreiheit, ein in der US-Verfassung verankertes Grundrecht, argumentieren die Rechtsanwälte des Knight Institute. Trump benütze seinen Twitter-Feed nämlich als öffentliches Forum, von dem diese User ausgeschlossen seien. Ob er da Briefe überhaupt noch liest?


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