Pop Tipps

Draußen die Welt, drinnen die Katzenfestung

GS | Lexikon | aus FALTER 24/17 vom 14.06.2017

Es klang nach Bauchfleck mit Anlauf: Zwei FM4-Journalisten übertragen das Debüt von The Velvet Underground - die Platte mit der Warhol-Banane - als Die Buben im Pelz zur Gänze ins Wienerische. Dann ist 2015 aber nicht nur alles gut gegangen, Christian Fuchs und David Pfister haben vielmehr ein lässiges Werk geschaffen, das Respekt und Schmäh geschickt eint. Inzwischen ist aus dem Coverprojekt eine reguläre Band gewachsen, die auf dem neuen Album "Katzenfestung" nun ausschließlich eigene Lieder spielt. Um Drogen geht es auch diesmal, um Liebe, die nicht unbedingt glückt, und um Lebensentwürfe, die aus der Balance geraten sind (so sie je in der Balance waren); die Präsentation erfolgt am Freitag in der Roten Bar.

Am Mittwoch darauf stellt Ernst Tiefenthaler sein neues Album vor. Der aus Oberösterreich stammende Wiener Musiker kann auf ein umfangreiches und durchwegs hörenswertes Œuvre als Ernesty International und mit den Bands Bell Etage und Hotel Prestige zurückblicken. Tiefenthaler ist bislang vor allem als traditionsbewusster und zugleich doch aufgeweckter Singer/Songwriter und Multiinstrumentalist mit Americana-Neigung in Erscheinung getreten, seine Lieder voll ruhiger Alltagsbeobachtungen und kluger Lebensreflexionen intoniert er für gewöhnlich auf Englisch.

Nun ist plötzlich nicht alles, aber doch so einiges anders: Tiefenthaler veröffentlicht mit "Welt" erstmals ein Album unter seinem eigenen Namen -und er singt muttersprachlich im Dialekt, ohne dabei Austropopklischees zu bemühen. Schön und berührend waren seine Lieder auch bisher schon, hier aber rücken sie den entscheidenden Schritt näher und werden noch persönlicher, noch direkter. Die Liveumsetzung erfolgt in Triobesetzung mit dem Kleinen Herzkammerorchester.

Volkstheater, Rote Bar, Fr 22.30 Theater Drachengasse, Bar & Co, Mi 20.00


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