Machtbewusst und austrophil

Persönliche und politische Erinnerungen an den deutschen Kanzler und Österreich-Experten Helmut Kohl

Nachruf: Werner A. Perger | Politik | aus FALTER 25/17 vom 21.06.2017

Lange ehe er zum "großen Europäer" und "Kanzler der Einheit" wurde, verbanden sich mit Helmut Kohl politische Erwartungen. Auch Hoffnungen. In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts verlangte die deutsche Nachkriegsgeneration nach neuen Ideen, nach Aufbruch und Bewegung. Natürlich nicht in den eilig rekonstruierten alten Parteiapparaten, auch nicht dort, wo man versuchte zu vergessen oder zu verdrängen. Doch die allmähliche Verwestlichung des Lebensstils bewirkte Veränderungen, sorgte für neue demokratische Impulse und schuf kleine Freiräume. Ehe später eine neue Linke von Revolution sprach, redeten die weniger Radikalen von "Reformen". Das war die Welt des Pfälzer Katholiken Helmut Kohl.

Der junge Christdemokrat aus Rheinland-Pfalz, geboren am 3. April 1930, war unter den jungen Aufmüpfigen jener Zeit einer der "Rädelsführer". Im politischen Nachkriegsbiotop Ludwigshafen fiel er auf. Er war unübersehbar und wollte auch gesehen werden. Schon in der Schule sorgte er dafür,

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