Ins Wasser gesetzt

Die Staatsoper scheitert erneut daran, Debussys "Pelléas et Mélisande" gerecht zu werden

Kritik: Jürg Stenzl | Feuilleton | aus FALTER 25/17 vom 21.06.2017

Claude Debussys "Pelléas et Mélisande", 1902 in Paris uraufgeführt, gehört fraglos zu den überragenden Werken des französischen Musiktheaters. In die Wiener Staatsoper kam es 1911 und war, trotz des vielgelobten Dirigenten Bruno Walter, erfolglos. Danach wurde das Stück von den Direktoren des ersten Hauses am Ring sträflich vernachlässigt.

Abgesehen von zwei auch auf Deutsch gesungenen Gastspielen, wurde "Pelléas" erst wieder 1962, nach 51 Jahren, von Herbert von Karajan und, nach weiteren 26 Jahren, unter Claudia Abbados Leitung inszeniert. Seither sind weitere 28 Jahre verstrichen.

Doch die musikalische Welt hat sich in einem Jahrhundert radikal verändert: Die französischen Orchester mit ihrem hellen, äußerst beweglichen Klang einst das genaue Gegenteil der Wiener, gibt es seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so wenig wie die eigenständige französische Gesangskultur, aus der "Carmen","Werther" und "Pelléas" entstanden sind.

Dass gleichwohl überragende Aufführungen

  810 Wörter       4 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige