Wieder gelesen Bücher, entstaubt

Brutus und Augustus

BT
Politik, FALTER 26/17 vom 28.06.2017

Wiens Bürgermeister Michael Häupl ärgerte sich im vergangenen Februar über "Ziehsöhne", die sich "im Grenzbereich zu Brutus bewegen". Ende Mai wiederum spekulierte Häupl, Cäsarmörder Brutus habe sich nun vielleicht "bereits selbst erledigt". Als Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ), offensivster Bewerber um die Nachfolge Häupls, jüngst gefragt wurde, ob er sich bei der Nennung von Brutus angesprochen fühlte, antwortete dieser: "Wenn es römische Geschichte sein muss, würde ich mich politisch als Octavian sehen."

Zur Einordnung dieser Ausflüge ins alte Rom bietet sich das Werk "Augustus" von John Williams an, laut Washington Post aus 1973 "the finest historical novel ever written by an American". Williams beschreibt in dem Schlüsselroman, wie der 18-jährige Octavian all seine politischen Gegner (darunter Brutus) strategisch brillant ausmanövriert und in Rom die Macht an sich reißt, den langjährigen Bürgerkrieg beendet und schließlich als Princeps Augustus eine 200 Jahre dauernde Ära des Friedens und Wohlstands für sein Land begründet, die Pax Augusta.

John Williams: Augustus. dtv, 480 S., € 24,70

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