Neue Platten

FEUILLETON | aus FALTER 32/17 vom 09.08.2017

Pop

Cornelius: Mellow Waves

Der Japaner Keigo Oyamada al. Cornelius trat erstmals in den 1990ern mit kunstvollen kleinen Popsinfonien hervor. Er wurde mit den Beach Boys und Beck verglichen, was den Fall bis auf die Harmonieseligkeit und den Eklektizismus seiner Musik aber nicht wirklich trifft. Cornelius ist ein Original, das sein eigenes kleines Universum bewohnt. Nachdem er zuletzt vor allem Musik für Videospiele machte, legt er nun ein intimes Album zwischen anmutigen Soundwellen und ans Herz gehenden Melodien vor. (Rostrum) SF

Pop

Satuo: Earned

"What's So Funny 'Bout Peace, Love, and Understanding", fragte Nick Lowe in den 1970ern singend. "Fick dich, Hippie!", antworteten ihm die Punks. Dabei hatte die Understanding-Fraktion inhaltlich natürlich recht. "One day our troubles will be miles away, one day if we manage our differences better than today", hebt nun das zweite Album des österreichisch-finnischitalienischen Quintetts Satuo an. Wer darauf nicht gleich allergisch mit Zynismus reagiert, hört 50 Minuten lang teils sanft angejazzten, akustischen Folk. (Lindo) GS

Jazz

Ambrose Akinmusire: A Rift in Decorum

Dieser Mitschnitt aus dem Jazzclub Village Vanguard bietet ausschließlich neue Stücke des trompetenden Leaders ohne fade Soloeinlagen oder Standard-Leerläufe. Vom Spirit und in der Ausgewogenheit freier und komponierter Passagen am ehesten mit den abstrakteren Konzepten vergleichbar, die auf Blue Note abseits von Hardbop und Souljazz ab den frühen 1960ern herauskamen. Teile des Quartetts spielen an die zehn Jahre zusammen. Auf satten zwei Stunden gibt es keinen einzigen redundanten Moment. (Blue Note) DMK


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