"Jeder beansprucht für sich, die Mitte zu repräsentieren"

Keine gesellschaftliche Gruppe wird politisch so umworben wie die Mittelschicht. Aber wer ist das überhaupt?

Interview: Josef Redl, Armin Thurnher
Ökonomie, FALTER 40/17 vom 04.10.2017

Die Geometrie liefert exakte Antworten. Der Mittelpunkt von Figuren lässt sich anhand von Formeln exakt bestimmen, selbst wenn nicht alle Größen bekannt sind. Die menschliche Gesellschaft produziert komplexere Gebilde als Quadrat und Dreieck. Die Mitte der Gesellschaft hat Koordinaten, die sich soziologisch, ökonomisch, politisch oder kulturell nur schwer festmachen lassen. Der Versuch einer Vermessung.

Falter: Mit der ersten Frage möchten wir uns an den Statistiker wenden: Herr Wieser, worüber reden wir, wenn wir von der Mitte der Gesellschaft sprechen - oder von der Mittelschicht? Können Sie uns hier bei einer Definition helfen?

Peter Wieser: Es gibt ja mehrere Möglichkeiten, sich dem Ganzen anzunähern. Das hängt auch von der Datenlage ab. Ich kann zum Beispiel den oder die Durchschnittsösterreicherin abbilden. Das Durchschnittsalter liegt ungefähr bei 40 Jahren, der häufigste Name ist Michael bei den Männern, Maria bei den Frauen. Als Ökonom und Statistiker versuche ich

  4738 Wörter       24 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige

Anzeige