Deshalb war die Aufregung letzte Woche groß, als auf der Wienerin-Homepage ein Text über Abtreibungen, der sich sehr kritisch mit den Positionen der ÖVP, der FPÖ und der kirchennahen Aktion Leben auseinandersetzte, plötzlich offl ine ging und durch eine Art Pressemeldung der Aktion Leben ersetzt wurde. Inzwischen ist auch die wieder weg, dafür findet sich die Ankündigung, dass die Wienerin ein Dossier zum Thema Abtreibung vorbereite. TV-Kolumne

Zeit am Schirm


Birgit Wittstock

Medien, FALTER 40/17 vom 04.10.2017

Ja, es ist Wahlkampf, und der wird natürlich auch im Fernsehen ausgetragen. Und ja, man ist bemüht, die großen Duelle nicht zu verpassen, um sich für den 15. Oktober zu rüsten. Aber irgendwann reicht es einfach. Dann hält man die immer gleichen Scharmützel und mitgebrachten Tafeln zur Veranschaulichung von Fehlleistungen nicht mehr aus. Dann braucht man Seelennahrung. Und dann schaltet man den Fernseher ab und dreht den Laptop auf.

Von der Amazon-Video-Serie "Transparent" wurde, als wüsste man vom hiesigen Elend, kürzlich die vierte Staffel online gestellt. Gute fünf Stunden Linderung der Qualen. Fünf Stunden voll von schlauem Witz, feiner Ironie und menschlichem Scheitern, in denen man die Pfeffermans, immer noch aufgewühlt vom Coming-out von Transfrau Maura, auf ihrer Identitätssuche begleiten kann. Diesmal verlässt die Familie L.A., um ihre Wurzeln in Israel zu suchen, sich dort kurz zu finden und aufs Neue zu verlieren. Grenzüberschreitend und groß. Das Beste, um das innere Gleichgewicht nach einem Wahlkampfduell wiederherzustellen.

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