Pierre Bourdieu: Die Linken sind zwei, drei Revolutionen hintennach

Pierre Bourdieu Der französische Soziologebetrachtet den Sozialstaat als das Beste, wases bisher unter Menschen gab

Porträt: Egon Christian Leitner
04.10.2017

Für Pierre Bourdieu gab es nichts Provokanteres als Wissenschaft, als Autonomie und öffentliche Wahrheitsfindung. Immer geht es ihm um Menschen in Zwangssituationen, unten, oben, mittendrinnen. Den Sozialstaat erachtete er als Erzeugnis der Evolution, sozusagen als das Beste, was es bisher unter Menschen gab. Entstanden durchaus aus Zufällen, Glücksfällen, zugleich aber das Ergebnis unglaublicher, schrecklicher Kämpfe. Daher dürfe der Sozialstaat ja nicht von neuem dem Zufall preisgegeben werden. Ja nicht diesen furchtbaren Preis von neuem zahlen müssen, nämlich das Insgesamt der menschlichen Qual, seit es uns gibt.

Kleine soziale Wunder, Kostbarkeiten - Bourdieu nannte die Menschengruppen, die für den Sozialstaat kämpfen, so, die Bewegungen, Hilfseinrichtungen, NGOs. Er meinte, gegenwärtig sei eine rechte Revolution nach der anderen im Gange -eine permanente neoliberale Revolution, durch die der Staat mittels des Staates außer Kraft gesetzt werde. Die Linken und Alternativen

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