"Perverse Halbidioten wie wir"

Ein Gespräch mit dem Essayisten Franz Schuh über die Mitte in der Weimarer Republik, bei Angela Merkel, Thomas Bernhard, im Gemeindebau und im Fernsehen


Fragen: Armin Thurnher
Ökonomie | aus FALTER 40/17 vom 04.10.2017

Franz Schuh ist wieder einmal auf Kur. Aber das Thema interessiert ihn, also macht sich der Gespächspartner auf nach Schärding. Auf einer Terrasse über dem Inn rücken beide dem amorphen Begriff der Mitte zu Leibe. Es wäre nicht Franz Schuh, wenn nicht nur Politik, sondern auch Literatur, Philosophie und TV eine Rolle spielen würden.

Falter: Niemand weiß genau, was die Mitte ist. Ich habe den Eindruck, jeder definiert sie so, wie er will. Sie ist riesengroß und jeder fühlt sich ihr zugehörig. Sie sicher. Ich auch. Was also ist die Mitte der Gesellschaft?

Franz Schuh: Zunächst einmal ist sie - und das ist absolut nicht meine Stärke - im Ernst ein historischer Begriff. In verschiedenen Gesellschaften ist immer etwas anderes die Mitte. Die Vorstellung einer gleichbleibenden Mitte würde eine Starrheit simulieren, die historische Veränderung gar nicht möglich machen würde. Wenn man sehr abstrakt an die Sache geht, ist die Mitte ein Ort zwischen Extremen. Diese Definition bedeutet

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