Unter Schweiß und Kränen

Am 15. Oktober werden viele Arbeiter rechts wählen. Warum hat die Linke das Proletariat verloren? Der ehemalige Kranführer Albert Stranzl ahnt es


SKIZZE: MATTHIAS DUSINI
Feuilleton | aus FALTER 41/17 vom 11.10.2017

Im Sommer die Hitze, Kälte im Winter. Albert Stranzl, 64, pensionierter Bauarbeiter und Porr-Betriebsrat, erinnert an die Plagen seines Berufs. Am Abend in der Baracke waren die Männer so müde, dass sie erst einmal eine Runde schlafen mussten, bevor sie zum Essen gingen.

Am 15. Oktober werden bei den Nationalratswahlen viele Kollegen Stranzls ihre Stimme nicht den Sozialdemokraten, sondern den Freiheitlichen geben. Die einstige Partei der Rechtlosen hat ihre Strahlkraft eingebüßt. Warum ist das so? Stranzls Werdegang steht für die Auflösung einer Klasse, die in der neuen Arbeitswelt ihre Identität verloren hat.

Stranzl kam 1953 im steirischen Ort Pöllau auf die Welt. Die Eltern bewirtschafteten einen Bauernhof mit zwei Hektar Land. Der Vater kam als Schwerstinvalide aus dem Krieg zurück, sodass die Arbeit vor allem der Mutter zufiel. Eine Kuh, ein paar Schweine, mehr war nicht drin. Dem kleinen Albert gefiel das Leben auf dem Land nicht schlecht, er kannte ja nichts anderes. In

  1269 Wörter       6 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige