Welche Bilanz ziehen Sie über Kurz?

Gerald Knaus erklärt, wer die Balkanroute geschlossen hat, bewertet Kurz' Außenpolitik und hat einen Plan für die Mittelmeerroute

INTERVIEW: NINA BRNADA UND RAIMUND LÖW | Politik | aus FALTER 41/17 vom 11.10.2017

Gerald Knaus gilt als Urheber des EU-Türkei-Flüchtlingsabkommens, das dazu führte, dass die Zahl der Ankünfte von Flüchtlingen in Griechenland radikal gesunken ist. Der Österreicher ist Leiter des Thinktanks European Stability Initiative (ESI).

Falter: Herr Knaus, die Türkei ist heute ein Land, das Flüchtlinge produziert. Hatten die Gegner des EU-Türkei-Flüchtlingsabkommens recht?

Gerald Knaus: Das Abkommen sieht vor, dass niemand ohne Asylverfahren in die Türkei zurückgeschickt wird. Dafür nimmt Ankara jeden zurück, bei dem griechische Behörden entscheiden, die Türkei sei für diese Person sicher. Dazu hilft die EU der Türkei, dem Land mit den meisten Flüchtlingen der Welt, mit sechs Milliarden Euro. Dies bleibt richtig. Gleichzeitig muss man Türken, die Schutz brauchen, Asyl geben. Auch das ist richtig.

Selbst viele Türken finden, dass man sich mit dem Abkommen von Erdoğan erpressbar macht.

Knaus: Es stimmt nur nicht. Das Abkommen wurde im März 2016 vom türkischen Premier,

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