Die Hoteliers von nebenan

Motor für Gentrifizierung und Wohnungsknappheit: Die Zimmervermittlungs-Plattform Airbnb sorgt in vielen Städten der Welt für Probleme. Und in Wien?


ZIMMERSERVICE: BIRGIT WITTSTOCK
Stadtleben | aus FALTER 41/17 vom 11.10.2017

This house is not a hotel" - diesen Hinweis hat Christoph Reinprecht in letzter Zeit immer wieder aufs Neue im Eingangsbereich seines Wohnhauses an die Wand geklebt. Vergebens. Der Appell für mehr Rücksichtnahme landete jedes Mal im Mistkübel. Das Gefühl, in einem Hotel zu wohnen, blieb.

"Der Lift ist ständig besetzt, die Gänge durch das Reinigungspersonal blockiert, die Mülltonnen quellen über", erzählt Reinprecht. Der Charakter des Hauses habe sich verändert. Hostel-Atmosphäre statt Hausgemeinschaft. Alleine in diesem alten Durchhaus nahe dem Judenplatz hat die Online-Zimmervermittlungs-Plattform Airbnb sieben Wohnungen mit 46 Schlafgelegenheiten im Angebot.

Vor drei oder vier Jahren hat Christoph Reinprechts Ärger mit den Reisenden begonnen, die "übernachten wie die Einheimischen": Ein Nachbar hatte innerhalb kurzer Zeit - offenbar in Absprache mit der Besitzerin - ein kleines Airbnb-Imperium aufgebaut. Ein Drittel der insgesamt 21 Wohnungen in dem Mietshaus sind seither Ferienwohnungen.

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