Nüchtern betrachtet

Fehler werden oft viel zu spät gemacht

Feuilleton, FALTER 43/17 vom 25.10.2017

Ich habe die Grünen nicht gewählt und bedaure das auch nicht. Aber leid tun sie mir trotzdem. "Selber schuld!", sagen die Ungerührten und haben ein bisschen recht, aber am Rechthaben erfreuen sich leider oft die Falschen, und dass man aus Fehlern klug werde, ist auch nur so ein doofer Kalenderspruch, den sich die Leute, die so was verzapfen, zusammenrollen und in ihren betulichen Hintern stecken können. Fehler werden total überschätzt! Am besten ist es, immer alles richtig zu machen, dann hat man es gar nicht nötig, aus Fehlern zu lernen. Außerdem lernen aus Fehlern auch wieder nur die, die's eh schon wissen.

Umgang mit Enttäuschung, Resilienz, Frustrationstoleranz -das ist alles fraglos wichtig, aber den Krempel muss man den Menschen rechtzeitig beibringen, nämlich im Vor-und Volksschulalter. Später nutzt das alles nichts mehr. Ich bin kein Entwicklungspsychologe und dieser Disziplin gegenüber insofern skeptisch, als die Professorin, bei der ich in der Vorlesung saß, eine gnadenlos

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