Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Auf der Suche nach der verlorenen Hegemonie

Teil 2 einer kleinen Serie zum Thema Hegemonie: Wo fängt ein Hegemoniekampf an?

ARMIN THURNHER ist Mitbegründer, Herausgeber und Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung Falter
Thurnher, FALTER 47/17 vom 22.11.2017

Vernünftige Menschen sind offenbar der Ansicht, man müsse jetzt über Hegemonie reden. Peter Rabl in der Presse und Isolde Charim in der Wiener Zeitung haben auf die hier angestoßene Debatte reagiert. Das ist mehr, als man gewohnt ist.

Rabl stimmt der Analyse zu, eine linke Hegemonie in Österreich sei die längste Zeit schon Illusion gewesen; das in den Post-Kreisky-Jahren nach rechts schwingende Pendel habe sich nur deswegen nicht in Wahlerfolgen ausgedrückt, weil die FPÖ gesellschaftlich nicht akzeptabel gewesen sei. Damit ist nun Schluss: Kurz-Straches Türkischblau ist durchmarschiert. Türkischblau ist ein schönes altes Wort für Tiefblau. Türkischblau klingt balkannäher als Preußischblau, aber auch angenehmer als Türkis-Blau, in dem zwei Hebungen ungeschlacht aufeinandertreffen. Zudem hat es den Vorzug der Deutlichkeit.

Charim wies darauf hin, dass Hegemonie in Apparaten und Institutionen erzeugt und durchgesetzt wird, aber auch filigran ist, "ein heikles Durchsetzen, das

  1154 Wörter       6 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige

Anzeige