Der stillste Ort der Innenstadt

Seit Jahrzehnten verhindern Christkindlmärkte die ästhetische Erziehung des Menschen. Und die reisen auch noch eigens dafür an!


Reportage: Klaus Nüchtern

Feuilleton, FALTER 51/17 vom 20.12.2017

Im boomenden Christkindlmarktbusiness spielt Wien in der gleichen Liga wie die südafrikanische Stadt Gansbaai im internationalen Haifischtourismus. Ein Spaziergang vom Kohlmarkt zum Spittelberg ist in etwa so gemütlich wie ein Schwimmausflug von Pearly Beach nach Dyer Island. Niemand, der seine sieben Zwetschken beisammen hat und dem seine Gliedmaßen lieb sind, würde Letzteren unternehmen wollen. Hingegen reisen abertausende Menschen aus Brünn, Bratislava oder Budapest, aus Brea (Calif.), Braintree (Mass.) oder Burnsville (Minn.) um die Weihnachtszeit nach Wien, um sich dort einer krassen Sensory-Overload-Experience auszusetzen und den potthässlichen, aus traditionellen Materialien wie Holz, Wolle, Leder oder Ton gefertigten Jahresendzeitramsch zu kaufen, der auf den Adventmärkten feilgeboten wird.

Neun davon gibt es allein in der und um die Innenstadt, jeder hat sein eigens "designtes" Häferl für das pickerte Höllengetränk, das heuer unter anderen in so raffinierten Geschmacksvarianten

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