Das Wissen von einem Ende der Nacht

Vom Versuch, Geister einzufangen: Zum Tod des Journalisten und DJs Philipp L'Heritier, des besten österreichischen Popkritikers seiner Generation

Nachruf: Gerhard Stöger | Feuilleton | aus FALTER 02/18 vom 10.01.2018

Unseren ersten gemeinsamen Abend haben wir wohl im Oktober 1997 beim Konzert der feministischen US-Rockband Sleater-Kinney verbracht, die im Rahmen der Tournee zum Album "Dig Me Out" ihr Österreichdebüt gab. Philipp L'Heritier besaß die Platte mit persönlicher Widmung, als Fanboy hatte er sie sich nach dem Konzert im Wiener Chelsea signieren lassen, zu dem er noch aus dem Burgenland angereist gekommen war.

Draufgekommen sind wir erst viele Jahre später und längst in gegenseitiger Wertschätzung verbunden beim Auflegen als DJ-Duo im Rhiz, als mich Philipp zur späten Stunde mit einem alten Sleater-Kinney-Song überraschte. Wieder eine gemeinsame Lieblingsband, check! Euphorisch stießen wir die Fingerknöchel unserer rechten Hand aneinander und ließen "die Sonne aufgehen", wie Philipp es mich gelehrt hatte: Abklatschen alleine genügt in guten Momenten nicht, die Faust muss sich öffnen und zur Sonne explodieren.

Die Sonne explodierte oft in Nächten, die man mit diesem ebenso scharfzüngigen

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