Nachhilfe für den neuen Finanzminister

Der renommierte Ökonom Kurt Bayer hat sich die ersten Interviews des neuen Finanzministers angesehen und entdeckt so manche Wissenslücke

Kommentar: Kurt Bayer | Meinung | aus FALTER 02/18 vom 10.01.2018

Der neue Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) macht einen sympathischen, ruhigen und kompetenten Eindruck. Seine ersten Interviews im ORF, in der Presse und im Standard weisen aber darauf hin, dass er für sein neues Amt noch sehr viel lernen muss.

So meinte Löger im "ZiB 2"-Interview mit Armin Wolf: Wenn die Konjunktur so weiterlaufe und die von ihm zugesagten 2,5 Milliarden Euro im Budget eingespart würden, könnte 2020 ein "Nulldefizit" erreicht werden. Offenbar ist der neue Finanzminister der Meinung, dass die "Konjunktur" ein externer Selbstläufer sei - also unabhängig von den positiven oder negativen Nachfrageimpulsen, die durch die Budgetpolitik ausgelöst werden.

Natürlich stimmt es, dass ein Teil des österreichischen Wachstums vom Export kommt. Dieser Teil ist also kaum von österreichischen Interventionen abhängig. Dennoch hängt der größere Teil -nämlich mehr als 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - von der öffentlichen Nachfrage ab. Diesen Teil müsste er in seiner

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