IT-Kolumne

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Anna Goldenberg
Medien | aus FALTER 02/18 vom 10.01.2018

Vergangenen Freitag landete ein kurzer Artikel einer deutschen Lokalzeitung auf Twitter. Er handelte von der Schwierigkeit, Sicherheitslücken bei Computerchips zu beseitigen: "Das Design der Chips müsste für die Behebung verändert werden. Für den Designer undenkbar. Das Aussehen geht scheinbar vor Sicherheit." Der Journalistin schlug eine solche Häme entgegen (beim Design geht es um die Funktion), dass der deutsche Texter Roland Grün den Hashtag #MeinGroesster-Fail ins Leben rief.

Seitdem beichten Journalisten ihre peinlichsten Fehltritte. Man liest von Aufnahmegeräten, die nicht eingeschaltet wurden, von Tippfehlern ("US-Militär soll Obama auf See bestattet haben") und Missverständnissen, die auf fehlendem Fachwissen beruhen (aus "Wenn der Fisch nach Ammoniak riecht, Finger weg!" wurde "Wenn der Fisch nach Ammoniak riecht, perfekt!"). Die Idee ist alt, aber sympathisch, weil sie dem Scheitern das Tabu nimmt. Außerdem ist die Mischung aus Fremdschämen, Lachen und Schadenfreude Balsam für die selbstzweifelnde Journalistenseele.


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