Weshalb die Herren Blumen schenken

Nach sechsjähriger Pause macht Milena Michiko Flašar mit "Herr Katō spielt Familie" dort weiter, wo sie aufgehört hat


Buchkritik: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 06/18 vom 07.02.2018

Man soll nicht gleich einen Trend draus machen, aber das Interesse junger Schriftstellerinnen an älteren Herren wird langsam auffällig. Der nach seinem hervorstechenden Accessoire benannte Titelheld des Romans "Ich nannte ihn Krawatte" (2011), mit dem die aus St. Pölten gebürtige Milena Michiko Flašar (Jg. 1980) einen über 100.000-mal verkauften Bestseller landete, ist ein Mann Mitte 50. Sein Angestelltendasein simuliert er nur noch für die eigene Ehefrau, während er in Wirklichkeit mit der von dieser befüllten Bento-Box auf einer Parkbank sitzt und sich dort mit einem soziophoben Stubenhocker, einem sogenannten Hikikomori, unterhält.

2013 legte die aus Odessa stammende und auf Deutsch schreibende Marjana Gaponenko (Jg. 1981) die Latte noch um einiges höher, indem sie einen 96-jährigen Ornithologen zum Protagonisten ihres Romans "Wer ist Martha?" machte. Und 2016 schließlich schickte die Linzerin Anna Weidenholzer (Jg. 1984) in "Weshalb die Herren Seesterne tragen" einen pensionierten

  609 Wörter       3 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige