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FM4: Die Sorgen des ORF-Managements


Bericht: Florian Klenk
Medien | aus FALTER 06/18 vom 07.02.2018

Will die türkis-blaue Regierung den Jugendsender FM4 abschalten? Vergangene Woche berichtete der Falter über eine interne Sitzung der ORF-Führung, in der über diese Frage spekuliert worden sei, wie ein Teilnehmer dem Falter berichtete.

Offiziell dementierten ORF-General Alexander Wrabetz und ORF-Sprecher Martin Biedermann. Doch in Hintergrundgesprächen streuen ORF-Insider die Sorge, der Sender könne zunächst als unprofessionell diskreditiert und sodann als "nicht dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag entsprechend" abgedreht werden. Der Grund zur Sorge: Der blaue Stiftungsrat Norbert Steger schloss eine Abschaltung nicht aus.

Ein ORF-Manager mutmaßt gegenüber dem Falter, Steger dränge namens seiner Partei den Koalitionspartner ÖVP, "dass der ORF so ab 2019 nur mehr zwei nationale Radioketten statt deren drei betreiben soll. Ö1 wird als öffentlich-rechtliches Aushängeschild wohl nicht eingestellt werden, detto Ö3 als populärster Radiosender Österreichs. Verbleibt also nur FM4 als Kandidat."

Die FM4-Frequenzen würden "einigen gut für die eigenen Radioambitionen passen. Wer da ein politisches Geschäft mit dem Boulevard wittert, liegt sehr nahe an der Wahrheit", so der Manager; "Türkis-Blau setzt nahtlos fort, was Schwarz-Blau I vorgezeigt hat: die eigenen Interessen und Geschäfte vor denen der Allgemeinheit."

Die Vermeldung der Abschalterwägungen führte zu einem Candy-Storm im Netz für FM4, aber auch zu mehr Vorsicht. "Wir müssen etwas besser aufpassen, dass wir in sozialen Medien nicht zu heißblütig twittern, denn die FPÖ liest derzeit alles sehr genau mit", sagt ein Redakteur.


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