Buch der Stunde

Der Autor liebt's mittel, der Held hängt am Kittel


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 06/18 vom 07.02.2018

Alle zwei Jahre schreibt Wilhelm Genazino einen schmalen Roman, in dem es immer um dasselbe geht. Seine programmatisch mediokren (Anti-)Helden aus der Mittelschicht erleiden "Mittelmäßiges Heimweh" (2007) oder andere sehr mittlere Beschwernisse. Das gilt auch für den namenlosen Ich-Erzähler des jüngsten Opus, der die Lebensmitte längst überschritten hat: Nachdem er erkennen muss, dass es in seiner Biografie bislang "keine Schicksalsschläge gab", bleiben ihm nur die fortschreitende Junggesellenverwahrlosung und das Problem, sich mal eine neue Hose kaufen zu müssen.

Als halbherziger Flaneur stromert er durch die Stadt, hängt allein herum oder lebt irgendwie mit einer der zahlreichen Ex-Geliebten zusammen, deren Anstrengungen, ihn ins Erwerbsleben einzugliedern -der Mann ist 60! -, er widerwillig über sich ergehen lässt. Einigermaßen fit noch im Schritt beschläft er die sexuell vernachlässigten Frauen mit mittlerer bis mäßiger Begeisterung, wobei die detailgenaue Beschreibung

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