Stadtrand Urbanismus

Der Busbahnhof, den keiner will

Stadtleben | aus FALTER 09/18 vom 28.02.2018

Es sind die altbekannten Übel des Verkehrs. Sobald es um einen selbst geht, man selbst verreisen will, gilt: Hauptsache, billig. CO2-Fußabdruck? Tausend Rosen! Aktuelles Beispiel: Der geplante Fernbusterminal, der Wien mit der großen Welt verbinden soll und dessen Standortsuche sich schon seit mehreren Jahren hinzieht. Keiner will ihn haben, denn was bringt so ein Busbahnhof einem Grätzel schon außer wahnsinnig viel Verkehr?

Immerhin werden am derzeitigen Standort in Erdberg jährlich gleich viele Passagiere abgefertigt wie am Flughafen Salzburg -nur dass der internationale Busbahnhof Wien im Grunde nicht mehr ist als ein Container auf einem größeren Parkplatz. Jedenfalls ist er keine Visitenkarte für die Stadt. Weshalb sich auch die Wirtschaftskammer so für den Neubau am Verteilerkreis ins Zeug legt. Kosten würde das Projekt laut Wirtschaftskammer rund 50 Mio. Euro -etwa als Public-private-Partnership zusammen mit der Stadt. Ja, lasst die Allgemeinheit doch den privaten Busbetreibern einen schönen Bahnhof für billigen, aber völlig unökologischen Busverkehr bauen, anstatt mehr Geld in die Bahn zu stecken.

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FALTER 16/19
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