WENN ALLE UNTREU WERDEN

Die FPÖ hält den Burschenschaft en trotz Liederbuch-Affäre die Treue. Wieso Strache an den Burschen festhält


Einordnung: Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 09/18 vom 28.02.2018


Foto: Heribert Corn

Zumindest einer hält zu ihm. „Ich möchte mich bei Vizekanzler Heinz-Christian Strache bedanken“, sagte Herwig Götschober am Mittwoch vergangener Woche auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Café Landtmann. Götschober ist Vorsitzender der deutschnationalen Burschenschaft Bruna Sudetia, die mit scharfen Säbeln ihre Mensuren ficht. Und er ist Social-Media-Beauftragter im Kabinett von Verkehrsminister Norbert Hofer.

Vorige Woche berichtete der Falter über ein Liederbuch mit antisemitischen Liedtexten, das der Burschenschaft Bruna Sudetia zuzuordnen ist – was diese bestreitet. Die Bruna Sudetia drohte mit Klagen und erhielt sofort Rückendeckung von Vizekanzler Strache, selbst Mitglied der schlagenden Mittelschulverbindung Vandalia.

Doch kurz darauf sah die Sache wieder ganz anders aus. Denn da waren fünf Beamte des Landesamts für Verfassungsschutz in Begleitung uniformierter Polizisten zum Burschenschafterhaus in der Strozzigasse in Wien-Josefstadt anmarschiert. Etwa drei Stunden lang durchforsteten die Polizisten das Burschenschafterhaus vom Keller bis ins Dachgeschoß. Am Ende beschlagnahmten sie eine Kofferraumladung an Material, darunter historische Dokumente aus der Nazizeit und eine Vielzahl an Büchern, darunter auch ein etwa 100 Seiten dickes Liederbuch.

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