Ein prächtiges Lehrstück in politischem Filmemachen: "Waldheims Walzer"

MO | Feuilleton | aus FALTER 10/18 vom 07.03.2018

Es war Jahre nach seiner Amtszeit als Bundespräsident (1986-1992), als Kurt Waldheim auf dem Heimweg beim Überqueren des Rings in eine Straßenbahn hineinlief. Offenbar hatte er in die falsche Richtung oder, wie 1943 als junger Stabsoffizier des später als Kriegsverbrecher hingerichteten Generalobersten Alexander Löhr auf dem Balkan, ganz einfach weggeschaut.

Nein, ernsthaft: "Waldheims Walzer", der soeben bei der Berlinale mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnete neue Film von Ruth Beckermann, verdichtet eine ganze Epoche auf 90 Minuten: ein Stück "real 80s", das man an der Uni, bei Diskussionen, in der Familie oder bei Demos auch selbst schon am Rande miterlebt hat.

Der ganze Film besteht ausschließlich aus Archivmaterial, das Beckermann zusammen mit ihrem Schnittmeister Dieter Pichler durchforstete: Die monatelangen Recherchen im ORF-Archiv, bei internationalen Fernsehstationen und nicht zuletzt im eigenen Fundus förderten schier unfassbare Bilder und Töne wieder zutage. Spektakulär

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