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Nina Horaczek
Medien | aus FALTER 10/18 vom 07.03.2018

Am Montag vor einer Woche: "Brauner fliegt auf edle Bälle". Am Donnerstag "Brauners Ehemann tanzt mit!". Am selben Tag noch eine Schlagzeile: "Kritik an Brauners Ball-Reisen". Vorigen Freitag "Dienstreisen mit Ehemann: 5 Fragen an Renate Brauner". Und in der Wochenendausgabe "Brauners liebste Roben". Wer wissen will, wie Boulevardkampagnen funktionieren, muss nur die Kronen Zeitung lesen. Das Kleinformat versucht gerade, die Wiener Vizebürgermeisterin Renate Brauner abzuschießen. Nun gibt es genug, was an der Arbeit der SPÖ-Politikerin, die seit 1996 in der Stadtregierung sitzt, inhaltlich zu kritisieren ist.

Die Krone macht es aber lieber sexistisch. Zuerst warf die Zeitung der Stadträtin vor, Wien-Bälle in aller Welt zu besuchen, was wohl zur Job-Description einer Vizebürgermeisterin gehört. Dann wurde über "romantische Dienstreisen" berichtet, weil Brauners Ehemann zu Auslandsbällen mitreiste. Am Wochenende ließ die Krone ihre Modeexpertin das Balloutfit der Politikerin bewerten. Was sie mit Sätzen wie "Friseur bitte feuern!" auch gerne tat. Tiefer geht es wohl echt nicht mehr.


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