"Tot oder lebendig: Alles war anders"

Regisseur Wolfgang Glück war im März 1938 acht Jahre alt. Später arbeitete er im Film "38 -Auch das war Wien" die Zeit auf

Feature: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 10/18 vom 07.03.2018

Der 11. März vor 80 Jahren fiel auf einen Freitag. Kurz vor 20 Uhr hielt Kurt Schuschnigg, hörbar um Fassung ringend, im Bundeskanzleramt seine knapp dreiminütige Abschiedsrede, die mit dem berühmt gewordenen Wunsch endete: "Gott schütze Österreich!" Am nächsten Morgen überquerten deutsche Truppen -ohne auch nur auf den geringsten Widerstand zu stoßen -die österreichische Grenze. Damit war der "Anschluss" de facto vollzogen.

"Alles war anders. Tot oder lebendig: alles war anders", zeichnete der jüdische Schriftsteller Friedrich Torberg, der in diesen Tagen in Prag weilte, in seinem Roman "Auch das war Wien" die veränderte Situation auf den Straßen und in den Herzen nach. "Die Stadt war eine andre Stadt, die Menschen waren andre Menschen - und was diese andern Menschen in dieser andern Stadt vollführten, hatte mit Stadt und Menschen nichts mehr gemein. Der große Höllenreigen war losgebrochen. (...) Hei was für Lärm wir machen, hei, heißah, heil, Siegheil, Heil Hitler, ein

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