Buch der Stunde

Man muss nicht immer alles im Griff haben

Kirstin Breitenfellner | Feuilleton | aus FALTER 13/18 vom 28.03.2018

Mit dem Fatalismus ist es so eine Sache, das weiß Matthias Drobinski nur allzu gut. Denn Schicksalsergebenheit hat in der Geschichte viel Schaden angerichtet, indem er Herrschaftsverhältnisse zementierte und Gewalt legitimierte. Aber sein Gegenteil, der Versuch, die Kontrolle über sein Schicksal zu erhalten, richtet in unserer Gesellschaft im Moment ebenfalls beträchtlichen Schaden an.

Drobinski plädiert in seinem "Lob des Fatalismus" deswegen für einen aufgeklärten, partiellen Fatalismus auf der privaten Ebene, der nichts zu tun hat mit bequemer, zynischer oder depressiver Resignation. "Sein Lied zu singen heißt aber, auf alle zu pfeifen, die einem einreden möchten, man müsse sein Leben immer ganz in der Hand und fest im Griff haben und seines Glückes eigener Schmied sein." Denn bekanntlich macht genau das ebenfalls depressiv: jede Sekunde Entscheidungen treffen und sich für seinen Erfolg voll und ganz verantwortlich fühlen zu müssen.

Gegen den Trend der Zeit, gegen Selbstoptimierungswahn

Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige