Ohren auf Kammermusik für Bläser

Neue Töne für Schubert, Brahms und Mussorgski

Miriam Damev | Feuilleton | aus FALTER 25/18 vom 20.06.2018

Nach ihrem Ausflug in die französische Kammermusik mit Preziosen von César Franck und Ernest Chausson kehrt Isabelle Faust auf ihrem neuen Album "Franz Schubert: Oktett" (HM) zur deutschen Romantik zurück und hat dafür sieben ganz ausgezeichnete Musiker um sich geschart, darunter die Cellistin Kristin van Goltz, den Hornisten Teunis van der Zwart und die Bratschistin Danusha Waskiewicz. Musiziert wird auf historischem Instrumentarium, was dem Werk nicht nur die notwendige Transparenz verleiht, sondern auch jene angenehme Leichtigkeit, die Schuberts Musik bestens bekommt. Dazu gibt es eine Auswahl von Menuetten in einer Bearbeitung für Oktett. Hinreißend!

Im Jahr 1891 hatte der 57-jährige Johannes Brahms mit dem Komponieren eigentlich schon abgeschlossen. Doch dann hörte er in Meiningen den Klarinettisten Richard Mühlfeld und war zutiefst beeindruckt: "Man kann nicht schöner Klarinette blasen, als es der hiesige Herr Mühlfeld tut", schrieb er an Clara Schumann. Noch im selben Sommer komponierte er für Mühlfeld das Klarinettentrio in a-Moll, kurz darauf das Klarinettenquintett und wenig später noch zwei Klarinettensonaten. Nun hat Robert Oberaigner, Soloklarinettist der Dresdner Staatskapelle, das Album "Brahms Klarinettensonaten und Klaviertrio" (MDG) eingespielt. Klingt wie aus einem Guss, nicht zuletzt, weil ihm mit Michael Schöch (Klavier) und Norbert Anger (Cello) zwei fantastische Kammermusikpartner zur Seite stehen.

Martina Stückler, Johannes Weichinger, Viola Jank und Lukas Seifried lernten einander 2015 in Wien kennen, gründeten das Aureum Saxophon Quartett und musizieren seither gemeinsam. Auf ihrem Debütalbum "Newsorgsky" (Preiser) präsentieren sie Modest Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" in einer herrlich schrägen Version für vier Saxofone. Unbedingt live hören, die Release-Party findet am 25. Juni im Musiklokal Taktlos statt.

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FALTER 50/18

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