Am Apparat Telefonkolumne

Was sagen Sie zu Herrn Vilimsky, Herr Launsky-Tieffenthal?


Interview: Nina Horaczek

Politik, FALTER 29/18 vom 18.07.2018

Weil EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei einem Auftritt wankte und gestützt werden musste, forderte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky: "Torkelnder Juncker soll rasch den Hut nehmen!", und erklärte, der Präsident habe "offensichtliche Alkoholprobleme". Juncker antwortete, er habe wegen eines schweren Unfalls vor 30 Jahren Gleichgewichtsprobleme und ein Ischiasleiden. Vilimsky konterte, bei einem Ischiasleiden seien die Symptome anders, und blieb bei seinem Vorwurf. Der Falter wollte von Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal wissen, wie die Regierung Vilimskys Attacken sieht.

Welche Auswirkungen haben die verbalen Ausritte Vilimskys?

Wir arbeiten gut mit der Kommission zusammen, besonders seit unserer Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft. Was den konkreten Anlassfall betrifft, bitte um Verständnis, die Bedeutung liegt in der guten Zusammenarbeit mit der Kommission.

Aber ich verstehe

Nein, bitte um Verständnis.

Aber eine Frage darf ich schon stellen?

Ja, gerne.

Wenn eine Regierungspartei so über den Kommissionspräsidenten spricht, muss das doch Auswirkungen haben?

Ich habe gesagt, es gibt eine gute Zusammenarbeit mit der Kommission. Sie wissen doch, es gab die Besuche der Regierung in Brüssel und der Kommission bei uns.

Solche Ausritte wie die von Vilimsky haben also keine Auswirkungen?

Das ist jetzt Ihre Interpretation. Das Wichtige ist die gute Zusammenarbeit mit der Kommission, und die hat sich auch bei den Besuchen manifestiert.

Das war, bevor Vilimsky Juncker unterstellte, besoffen zu sein.

Aber ich glaube, Sie verstehen, was ich meine, wenn ich sage, dass es eine gute Zusammenarbeit mit der Kommission gibt. Die Tatsache, dass man das nicht kommentiert, bedeutet, dass die Zusammenarbeit eine gute ist. Bitte um Verständnis, wenn wir das nicht kommentieren.

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FALTER 25/19
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