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krone.at: Skandalisierung durch Photoshop


Bericht: Josef Redl
Medien | aus FALTER 39/18 vom 26.09.2018

Über Erfolg oder Misserfolg des EU-Gipfels von Salzburg sind sich die politischen Kommentatoren uneins. Während die Staatsund Regierungschefs die Zukunft der Europäischen Union debattierten, demonstrierten mehr als 1000 Menschen in Salzburg gegen die EU-Migrationspolitik. Am Donnerstagnachmittag kam es zu tumultartigen Szenen, als Demonstranten mit der Polizei aneinandergerieten.

Über die Vorkommnisse bei der Demonstration sind sich die meisten Berichterstatter einig. Bloß den Onlinelesern der Kronen Zeitung dürfte es schwerfallen, sich ein Bild zu machen. Das liegt daran, dass die Krone ihre Geschichte mit einem manipulierten Foto illustrierte.

Was war geschehen? Zwischen Demonstranten und Polizei war es zu einem handgreiflichen Disput über die vorgesehene Route gekommen.

"Ich bin im Vorfeld von den Organisatoren eingeladen worden, mitzugehen und falls nötig zu schlichten", erklärt der grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon. Während Reimon versuchte, zwischen den Reihen zu vermitteln, wurde er von einem Polizeischlagstock am Kopf getroffen.

Es kam zu einem Wortgefecht und einer Entschuldigung des Beamten. Anzeige will Reimon keine einbringen. Ein Foto, das Reimon in einer hitzigen Diskussion mit einem Beamten zeigt, war krone.at offenbar nicht reißerisch genug. Also wurden hinter Reimon vermummte Demonstrationsteilnehmer in Schwarz-Orange ins Bild montiert. Auf der Jacke des Politikers platzierten die Grafiker einen orangen Fleck, wie um ihn mit den Randalierern gleichzusetzen. krone.at-Chefredakteur Richard Schmitt dazu via Twitter: "Was ist da 'Fake'? Da (sic!) nennt man Collage, er steht genauso eng wie am Original."

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FALTER 49/18

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