Wo steckt der Künstler Josef Schützenhöfer?

Landleben | aus FALTER 41/18 vom 10.10.2018

Schützenhöfer, Maler des offiziellen Hofburg-Porträts von Thomas Klestil, macht sich immer wieder für eine Gedenkkultur abseits der Kriegerdenkmäler stark. Sein "Liberation Marker" führte zu Konflikten mit Kameradschaftsbund und Gemeindepolitik. Erst durfte er ihn in Pöllau nicht aufstellen, dann wurde er mehrmals verwüstet, schließlich aber an vielen Orten gezeigt.

2015 fanden Josef und Janice Schützenhöfer auf ihrem Haus und Auto ein aufgesprühtes Hakenkreuz und das Wort "Nazi" (Falter 5/15). Kürzlich berichtete Oliver Scheiber, der als Leiter des Bezirksgerichts Meidling ebendort Schützenhöfers Werk ausstellte, in der Presse von der "Kreativität der steirischen Behörden", diesem "das Leben schwer zu machen". Würden die Behörden alle so behandeln, "dann hätte das Land nie Gemeinden zusammenlegen müssen, sondern hätte mit den vielen Strafeinnahmen in jeder Teilortschaft eine eigene Blumentherme errichten können". Nun verbringen Schützenhöfers vermehrt Zeit in Italien. Nicht allein wegen der behördlichen Behandlung, wie der Künstler mailt: "Es ist eher so, dass ich Pöllau, die Steiermark und die österreichische Kulturbetrieblichkeit nur in kleinen Dosierungen vertrage. Mein ästhetisches Empfinden findet Anstoß an einer im Reichtum glänzenden Fettleibigkeit, die täglich den Pöllauer Hauptplatz und dieses Land verstellt." Derzeit sei man "Housesitter" in einem kleinen Dorf in den Abruzzen: "Katzen sind in der Minderheit, die Hunde führen das Regiment."

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FALTER 08/19
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