Auf dem Highway ist die Hölle los

Auf Europas Straßen fahren zehntausende osteuropäische Lkw-Fahrer für einen Dumpinglohn. Nachforschungen über eine Branche, die sich nicht an die Regeln hält -und kaum zu kontrollieren ist

Harald Schumann Und Josef Redl
Politik, FALTER 41/18 vom 10.10.2018

Eine schmale Liege, ein Campingkocher, ein Kühlschrank hinter der Außentür, ein Tablet als Fernseher - wenn Juri Pylnev dem Besucher seine Behausung zeigt, wirkt er ein wenig verschämt. Der winzige Raum ist kaum vier Quadratmeter groß. Aber darin und davor verbringt er zwei Drittel seiner Lebenszeit.

Pylnevs Zuhause ist die Fahrerkabine eines Lastzuges, mit dem er acht Monate im Jahr unterwegs ist. An diesem heißen Sonntag im September ist der 35-jährige Familienvater aus dem ukrainischen Dnipropetrowsk auf dem Rastplatz "Aachener Land" an der Autobahn nahe der deutschbelgischen Grenze untergekommen. Schon Freitagnachmittag hat er hier haltgemacht, um einen der begehrten Lkw-Stellplätze zu ergattern und die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit von mindestens 45 Stunden zu verbringen. Für drei Euro kann er duschen gehen, der Gang zur Toilette kostet 50 Cent. Die zweitägige Rast in der Kabine ist eigentlich EU-weit verboten, aber anders als im nahen Belgien kümmert das die deutsche

  2442 Wörter       12 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Politik-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige