Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 45/18 vom 07.11.2018

Pop

Robyn: Honey

Die schwedische Elektropop-Sängerin der Herzen ("Dancing on My Own") zitiert hier einmal Lil' Louis' Stöhn-Hit "French Kiss". Ansonsten ist auf Robyns neuem Album wenig Ekstase zu spüren. Es wird von Technobeats angetrieben, die Geschwindigkeit bleibt aber im gemütlichen Bereich und die Sounds sind betont weich gestaltet. Die Songs drehen sich ums Abschiednehmen, Wundenlecken und Wiederaufstehen. "Honey" bietet besänftigende Musik, die ihre betörende Wirkung langsam entfaltet. (Konichiwa) SF

Pop

Will Oldham: Songs of Love and Horror

19 von 20 Songwritern verbreiten dann doch in erster Linie Langeweile, wenn sie solo zur akustischen Gitarre singen. Will Oldham ist der Zwanzigste. Der seit einem Vierteljahrhundert aktive US-Musiker durchmisst sein Werk hier parallel zur Veröffentlichung seiner Songtexte als Buch in der reduziertest möglichen Form, fokussiert vor allem auf den so feingliedrigen wie ausdrucksstarken Gesang. Selbst das in Johnny Cashs Interpretation unsterblich gewordene "I See a Darkness" erstrahlt so noch einmal neu. (Domino) GS

Jazz

Kompost 3: Abyss

Sollten Musiker nach Anzahl der gespielten Noten bezahlt werden, wird Trompeter Martin Eberle mit diesem 35-Minuten-Album nicht reich. Das Wiener Quartett setzt darin generell auf Reduktion, vom Jazz entfernt es sich zusehends. Als kohäsive Kraft reicht den sieben Stücken eine simple catchy Tonfolge, ein Bass-Ostinato, ein fies verstolperter Groove, zu dem man fast tanzen kann. Das Faszinosum liegt in der Gestaltung der melancholisch-erratischen Klanglandschaft. Is there Life on Mars? (Jazzwerkstatt) KN Schauspielhaus, 11.11., 20 Uhr

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FALTER 49/18

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