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Pressekolumne


Nina Horaczek
Medien | aus FALTER 46/18 vom 14.11.2018

Ein überfülltes Flüchtlingsschiff auf offenem Meer und daneben ein Artikel in der Krone bunt über Migration, der mit dem Satz "Bienen sind fremdenfeindlich" beginnt. Der Autor stellt die These auf, dass der Mensch bei Migranten ähnlich wie die Biene denkt und die globalen Migrationsbewegungen "von Mächten im Hintergrund" gesteuert werden. "Internationale Großkapitalisten profitieren von der Erosion nationaler Eigenständigkeit." Die Menschen würden das nicht erfahren. Denn Journalisten, "die nicht der offi ziellen Sprachregelung folgen würden, kommen freilich gar nicht in die Lage, eine abweichende Meinung auszudrücken: Sie dürfen im günstigsten Fall über die lokalen Sportereignisse berichten".

Es ist durchaus skurril, ausgerechnet in der auflagenstärksten Zeitung des Landes das Klagelied zu lesen, in einer gleichgeschalteten Medienlandschaft dürfe nicht negativ über Migration berichtet werden. Immerhin erklärt der Polit-Imker am Schluss noch, wie zumindest die Bienenintegration funktioniert: "Man darf sie nicht zusammenzwingen und muss ihnen viel Zeit lassen."

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FALTER 03/19

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