Stadtrand Urbanismus

Big Brother is bremsing you

Stadtleben | aus FALTER 47/18 vom 21.11.2018

Die einzige Überraschung steht im Kleingedruckten. Dass die im September in Wien aufgetauchten Leih-E-Scooter urbane Mobilität und Stadtbild umkrempeln würden, sagte vorher, wer nur einen Millimeter über Wien hinausschaute: Die flotten Flitzer gibt es ja längst in zig anderen Städten - und "wild" abgestellte Roller sind überall ein Thema. Dass die Verleiher erst mit GPS-kontrollierten Abstellverbotszonen samt Strafen fürs "Falschparken"(wer bekommt das Geld eigentlich?) reagieren, wenn es Beschwerden gibt, liegt im eigenen Geschäftsinteresse, ist also nachvollziehbar. Dass die Stadt im Genehmigungsprozess weder aus Erfahrungen von anderswo noch aus dem Wiener O-Bike-Desaster des Vorjahres Lehren zog, war ohnehin zu erwarten.

Spannend ist etwas anderes: Das Tempo der Roller wird nun in der Mariahilfer Straße per GPS-Ortung aus der Ferne automatisch gedrosselt. Passt. Nur: Wieso schaltet sich dann der Motor nicht ab, sobald man in eine Fußgängerzone oder gegen die Einbahn fährt? Was passiert mit all den Bewegungsdaten? Und: Kann man so nicht auch Autofahrer in Tempo-30-Zonen und vor Schulen einbremsen? F

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FALTER 03/19

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